Abenteuer Safari Teil 4 – Ngorongoro Krater

Die Nacht war kurz. Um 4.30 trennte ich mich schweren Herzend von meiner liebgewonnen Keramikabteilung und versuchte mich in einen einigermaßen brauchbaren Zustand zu bringen. Um 5 Uhr waren wir abfahrbereit im Jeep. Es wartete der Ngorongoro Krater.

Begleitet von einem traumhaften Sonnenaufgang schlängelte sich unser Jeep langsam in den Krater hinein.

Der Blick von oben – es ist 5.30 Uhr

 Ngorongoro Krater

Der Ngorongoro Krater entstand durch den Einbruch eines Vulkans. Es befand sich an dieser Stelle also mal ein Vulkan, der dann einfach in sich zusammen gebrochen ist und einen riesigen Krater hinterlassen hat.

Der Krater hat einen Durchmesser von ca. 20 Kilometern. Das Gebiet unterscheidet sich stark vom Umland, die Vegetation ist  grüner. Der Tierbestand ziemlich dicht. Vor allem der Raubtierbestand ist sehr hoch. aber auch Zebras, Antilopen, Gnus und Büffel gibt es jede Menge.

Der Krater wird häufig von großen Herden durchwandert. Ich fand es sehr beeindruckend zu sehen, wie sich die Herden die Kraterwände hinauf schieben.

Da mir aber noch immer ziemlich übel war kam die ganz große Begeisterung erstmal nicht auf. Langsam gewöhnt man sich auch an all die Tiere und ein Elefantenbaby ist schon kein Grund mehr anzuhalten. Wobei sie dann doch immer wieder ganz zauberhaft sind. 😀

Und selbst das tausendste Zebrafohlen bleibt einfach unglaublich niedlich.

Zur Frühstückspause hielten wir dann an einem wirklich traumhaft schönem  Ort. Unser Guide hatte noch irgendwelche Zauberpillen herbei gezaubert und mir selbige unter der Bedingung ich würde zumindest ein kleinwenig frühstücken auch gegeben. Und was soll ich sagen? Ca. 30 Minuten später bekam ich wieder Farbe im Gesicht. Meine Laune stieg und ich bestaunte die Flusspferde die sich hier überall im See versteckten. Eigentlich ist es ziemlich ungewöhnlich für die Gegend, dass es dort Flusspferde gibt. Das ist den Flusspferden aber recht egal.

Die meisten die eine Safari machen, träumen von den Big Five. Mir war das nicht besonders wichtig. Eine Giraffe zu sehen finde ich wesentlich großartiger als einen Büffel. Und ich bin auch nicht gekommen um Checklisten abzuarbeiten und am Ende einen Harken hinter alle Big Five machen zu können. Daher war ich mit meinen Big Four total zufrieden. Aber mich interessierte es trotzdem – warum sieht man keine Nashörner? Der Guide erklärte uns, dass es kaum noch Nashörner gibt. Trotz intensivem Schutz werden sie noch immer gejagt. Illegale Wildjäger und Jagdtouristen. Es geht um das Horn aber auch um die Ehre. Trotz einiger Schutzmaßnahmen sind die Nashörner vom aussterben bedroht.

In der Ngorongoro Gegend werden Nashörner allerdings ganz besonders stark geschützt. Man geht derzeit davon aus, dass etwa 20 Tiere in dieser Gegend leben. Sie werden von Rangern auf ihren Wanderungen verfolgt und somit gegen Wilderei geschützt. Ein riesiger Aufwand der sich hoffentlich lohnt. Bis dahin bleibt das Sichten eines Nashornes eher unwahrscheinlich.

Aber Halt! Was ist denn das, was dort hinten aus dem Gras aufsteht ?

Mir Worten kaum noch zu beschreiben!

Und weil es einfach keine Steigerung mehr geben konnte, endete hier unsere Safari.

Der letzte Blick in den Krater

Wir machten uns auf dem Weg in die Zivilisation. Das Ziel hieß Mto wa Mbu. Eine kleine Stadt zwischen dem Ngorongoro Gebiet und dem Tarangire Nationalpark.

Wir stoppten an einem wunderschönen Campingplatz. Mitten in der Zivilisation gab es nun auch warmes Wasser. Schöne Toiletten. Einen schicken Pool. WiFi. Wahnsinn.

Die letzte Nacht im Zelt

Am nächsten Morgen ging es nach einem ausgiebigem Frühstück zum Flughafen Arusha. Ein letztes Foto von unserer Reisegruppe und schon war die Safari vorbei.

Und hier noch ein paar tipps für alle die auch Lust auf Safari bekommen haben:

  • Wir waren insgesamt 7 Tage unterwegs, davon befanden wir uns 6 Tage innerhalb der Nationalparks. Hier geht es zu den einzelnen Abschnitten
  • Ich fand die Zusammenstellung der Route sehr gut. Es war sehr abwechslungsreich und jeder Tag hielt einige Besonderheiten bereit.
  • Die Serengeti ist nicht ohne Grund so berühmt. Wer auf der Suche nach dem optimalen Reiseziel für eine Safari ist, ist in Tansania gut aufgehoben. Meine Mitreisenden hatten einige Safari-Erfahrung. Unter anderem im Krüger Park in Südafrika. Und sie sagten „Serengeti ist einfach DER Ort für eine Safari“.
  • Ich bin im Januar unterwegs gewesen (vom 13. bis zum 19. Januar). Das ist eine hervorragende Reisezeit. Januar bietet sich vor allem an, wenn man einen Blick in die Babystube werfen möchte. Viele Tiere werfen im Januar ihre Jungen. Eigentlich lohnt sich ein Besuch aber fast immer. Nur die Monate April und Mai sind wegen der Regenzeit nicht geeignet. Wer die „große Migration“, also die Wanderung der Herden in der Serengeti von Tansania nach Kenia mit Durchquerung des Mara-Flusses, miterleben möchte, sollte grob den Juni/Juli einplanen. Ein bisschen Glück gehört aber dazu. Die Natur lässt sich da in keinen Zeitplan pressen.
  • Guide ja oder nein? Absolut JA! Definitiv. Ich bin durchaus ein Fan von Urlauben auf eigene Faust. Aber auf Safari ist es super wichtig, dass man jemanden dabei hat, der weiß was er tut. Er entdeckt Tiere die wir niemals sehen würden. Er kennt alle wichtigen Plätze. Er versteht den Buschfunk. Er kennt die Tiere. Er weiß wie man sich wo verhält. Er kennt sein Auto. Er kennt auch die Straßen / Flüsse / Sandpisten. Ein guter Guide ist Gold wert. Außerdem will man doch aus dem Fenster gucken und fotografieren und nicht Autofahren.
  • Ich habe meine komplette Reise (Kilimandscharo, Safari, Sansibar) über  Elefant-Tours gebucht. Mit der Abwicklung und Organisation war ich sehr zufrieden. Alles war außerordentlich pünktlich und stressfrei. Die Durchführung vor Ort erfolgte über Tanzania-Experience. Ich hatte jederzeit das Gefühl, dass der Reiseveranstalter fair mit seinen Mitarbeitern und mit den Ressourcen umgeht. Das wurde mir auch von den Guides bestätigt. Ob das tatsächlich so ist, kann ich natürlich nicht mit Gewissheit sagen. Jedoch konnte ich sehen, dass bei der Kilimandscharo Wanderung genau auf die Gewichte für die Träger geachtet wurde. Es waren insgesamt jeweils kleine Gruppen in denen ich unterwegs war. Nicht vergleichbar mit anderen Safari-Autos in die 8 Menschen gequetscht waren. Es ist super, wenn man max. zu viert im großen Jeep ist.
  • Lodge oder Zelt? Das ist eine Frage der eigenen Bequemlichkeit und natürlich auch eine Frage des Budgets. Ich habe eine reine Zeltsafari gemacht und fand es wirklich nicht luxuriös. Die Zelte baut man selber auf. Die Sanitäranlagen sind auf das Nötigste beschränkt. Es ist allerdings alles sauber gewesen und ich finde, dass ein Zelt in der Serengeti doch etwas naturverbundener ist. Wer einen Luxusurlaub plant, sollte aber definitiv eine Lodge buchen. Wer sehr ängstlich ist, sollte auch eine Lodge wählen. Zelte sind nicht gefährlich aber es streift in der Nacht schon mal ein Tier vor dem Zelt entlang und manchmal kommen einem die Tiere doch recht nah. Wer dabei nicht schlafen kann, nimmt besser eine Lodge.

 

 

 

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